Beton ist ein Baumaterial aus einer Mischung von Wasser, Sand, Kieselsteinen und Zement, das oft als Kunststein bezeichnet wird.

Beton ist ein Wort französischen Ursprungs und steht für technische Errungenschaften – Brücken, Kraftwerke, Gießereien.

Das Material Beton ist seit dem 19. Jahrhundert unverändert geblieben, und die Zusammensetzung des Betons hat hier und da einige Änderungen erfahren, aber bis heute ist seine Ästhetik kalt, hart und grau. Durchscheinender Beton soll das Erscheinungsbild der Architektur verändern.

 

Durchscheinender Beton

 

Lichtdurchlässiger Beton wurde erstmals 1935 in einem kanadischen Patent von Bernard Long erwähnt, der für den Glashersteller Saint-Gobain arbeitete. In den neunziger Jahren untersuchte der Architekt und Erfinder Bill Price das Konzept und führte an einigen Mustern sogar Festigkeitsprüfungen durch Rem Koolhaas ‚OMA. Doch erst in den Anfangsjahren, als der ungarische Architekt Áron Losonczi seinen transluzenten Beton LitraCon patentierte, wurde transluzenter Beton wirtschaftlich.

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Glasfaser

Durchscheinender Beton ist eine Mischung aus optischen Glasfasern und feinem Beton. Es kann als vorgefertigte Blöcke oder Platten verwendet werden. Tausende Lichtwellenleiter bilden eine Matrix und verlaufen parallel zwischen den beiden Hauptflächen jedes Blocks.

Der Anteil der Glasfasern am Gesamtvolumen beträgt nur 4%. Aufgrund ihrer Größe werden sie zu einem strukturellen Bestandteil des Betons. Die Oberfläche der Blöcke bleibt daher ähnlich wie bei homogenem Beton.

Die Glasfasern leiten das Licht durch die beiden Seiten des Betons. Aufgrund ihrer parallelen Position erscheint die Beleuchtung auf der helleren Seite einer solchen Wand unverändert auf der dunkleren Seite. Auf der gegenüberliegenden Seite der Wand werden Schatten angezeigt und die Farbe des Lichts bleibt gleich.

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Strukturelle Auswirkungen

Theoretisch kann eine Litracon-Wandkonstruktion mehrere Meter dick sein. Die Fasern arbeiten mit minimalem Lichtverlust bis zu 20m.

Mit diesen Blöcken können auch tragende Konstruktionen gebaut werden, da Glasfasern die hohe Druckfestigkeit von Beton nicht wesentlich beeinflussen. Die Blöcke können in verschiedenen Größen hergestellt werden und enthalten auch eine eingebettete Wärmeisolierung.

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Neugestaltung von transluzentem Beton

Lichtdurchlässiger Beton ist heute in verschiedenen Varianten erhältlich. Bisher war es jedoch nie möglich, ihn zu isolieren. Zospeum ist der erste durchscheinende Beton, der sowohl Halt als auch Isolierung bietet und die Art und Weise revolutioniert, wie wir moderne Architektur betrachten.

Zospeum ist ein innovativer Baustoff, der bis zu 30.000 Lichtwellenleiter pro Quadratmeter Beton verwendet. Es lässt Licht in Wohnräume eindringen, so dass Menschen im Inneren besser mit der Außenwelt interagieren können. Es isoliert, bleibt aber stark und eignet sich für eine Vielzahl von architektonischen Anwendungen.

Das Eindringen von Tageslicht trägt zur Energieeffizienz bei, indem es für natürliches Licht ohne zusätzliche Wärme sorgt. Es reduziert den Bedarf an zusätzlicher Beleuchtung und spart gleichzeitig künstliche Beatmung.

Entworfen von einem Team führender niederländischer Designer unter der Leitung des Architekten Peter van Delft Westerhof, wurde der Grundstein für ein neues Konzept gelegt, bei dem nicht nur Lichtwellenleiter, sondern auch Dämmstoffe verwendet werden. Das Kernkonzept wurde von der niederländischen Baufirma Hurks erstellt. Die Ideen des ursprünglichen Teams wurden umgesetzt und der transluzente Beton zum Leben erweckt.

 

 

 

Beton wird als meistverwendeter Baustoff am intensivsten erforscht. Sein Potenzial als Baustoff wird immer noch entdeckt, was auch nach Tausenden von zeitweiligen Einsätzen neue Möglichkeiten eröffnet. Diese jüngsten Entwicklungen mögen wie eine Science-Fiction-Zukunft erscheinen, aber sie wurden alle in kleinen Bauprojekten und Prototypen verwendet. Bald können diese aufstrebenden Materialien verwendet werden, um Straßen, Gebäude und Städte auf der ganzen Welt zu formen.